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EIN GLAUKOM VERSTEHEN

Die Chirurgie des Glaukoms: vielfältige und langfristige Behandlungsmethoden

Obwohl die Katarakt mittlerweile allgemein gut bekannt ist, insbesondere bei Senioren, bleibt das Glaukom eine eher diskrete Augenkrankheit: in den Medien wird wenig darüber berichtet, obwohl das Glaukom in den Industrieländern laut DMLA (INSERM, französisches Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung) die zweithäufigste Ursache für Erblindung ist. Auch die Symptome sind in den ersten Jahren oft “lautlos”. Somit steigt die Bedeutung von Früherkennungsuntersuchungen des Glaukoms ab 40.

Das Glaukom: eine Sicht, wie in einem Tunnel

Eine Person, die unter einem Glaukom leidet, weiß in den Anfangsstadien oft nichts davon. Sie bemerkt es erst, wenn sie ein verschlechtertes Sehvermögen feststellt, insbesondere am Rand des Blickfelds: der berühmte “Tunneleffekt”. Das Gesichtsfeld wird somit nach und nach kleiner und bei fehlender Behandlung kann das Glaukom bis zur vollkommenen Erblindung führen. 

Das Glaukom: eine Augenkrankheit mit Auswirkungen auf den Sehnerv

Nach Angaben der WHO gibt es Angesicht der unterschiedlichen Krankheiten bis heute noch keine genaue Definition für ein Glaukom. Diese Vokabel vereint momentan noch mehrere Augenkrankheiten, die den Sehnerv beeinträchtigen und zu einer Verschlechterung der Sehkraft führen. In den meisten Fällen wird eine ungeklärte Erhöhung des Augeninnendrucks, sogar eine geringere Blutversorgung festgestellt, die eine progressive Asphyxie des Sehnervs verursachen. Bei der gängigsten Form (90% der Fälle) handelt es sich um ein “Offenwinkelglaukom”. Dieses entwickelt sich über 10 bis 20 Jahre, im Gegensatz zum “Engwinkelglaukom”, das einem medizinischen Notfall entspricht, da sich der Augeninnendruck plötzlich erhöht und extreme Schmerzen verursacht.

Die Behandlung des Glaukoms

Bis heute bleibt das Glaukom eine nicht heilbare Augenkrankheit: mit der Behandlung eines Glaukoms kann lediglich das Voranschreiten verlangsamt werden, mangels Möglichkeiten es zu stoppen.

Leider kann die Sehkraft, die bereits durch ein Glaukom verloren wurde, nicht wiederhergestellt werden.

Die Behandlung eines Glaukoms erfolgt heute durch:

  • Augentropfen die den Augendruck senken sollen. Diese lokale Behandlungsmethode zeigt gute Ergebnisse, muss aber ein Leben lang fortgeführt werden;
  • Medikamente, die oral eingenommen werden: diese sind stärker als Augentropfen, verursachen aber auch manchmal unerwünschte Nebenwirkungen;
  • Eine Laserbehandlung mit 1 oder 2 Sitzungen à 5 Minuten, um den Kreislauf des Augenkammerwassers des beschädigten Auges zu stimulieren;
  • eine Augenchirurgie, um durch die Anbringung einer kleinen Röhre einen neuen Kanal zu schaffen, durch den das Augenkammerwasser abfließen kann. Durch diesen Eingriff müssen Sie nicht mehr täglich Augentropfen nehmen, Ihre komplette Sehkraft kann aber nicht wiederhergestellt werden.

Die Bedeutung der Früherkennungsuntersuchung des Glaukoms

In Frankreich werden jährlich 800 000 Personen wegen eines Glaukoms behandelt, 400 000 bis 500 000 sollen aber von der Krankheit betroffen sein, ohne es zu wissen (INSERM). Die Früherkennungsuntersuchung stellt somit ein echtes Gesundheitsthema dar und wird dringend ab 40 empfohlen, insbesondere bei Familien, wo bereits ein Risiko besteht.